Stadt. Land. Bus. – Studiotour Futur Ost


Ihr habt Lust auf eine Kurzreise in die Weiten der sächsischen Kulturlandschaften? Seid ihr neugierig auf künstlerische Impulse, die abseits der Hektik der Großstädte auf euch warten?

Einsteigen bitte: Wir zeigen euch 2024 unsere kulturellen Geheimtipps außerhalb von Dresden, Leipzig oder Chemnitz. Mit der Studiotour Stadt. Land. Bus. bekommt ihr die Möglichkeit, besondere Orte künstlerischer Produktion in Sachsen kennenzulernen. Die Kooperative Futur Ost organisiert dafür insgesamt drei Tagestouren, um Orte der Tanz- und Theaterproduktion abseits der Metropolen zu besuchen. Mit an Bord sind auch sächsische Künstler*innen, die die Busfahrten performativ begleiten.

Geht mit uns auf Tour und erlebt die Produktionsorte und Bühnen, erfahrt ihre Geschichten und kommt mit den Akteur*innen über die Potenziale und Herausforderungen im ländlichen Raum ins Gespräch.

Das Programm:
27.04.2024 | Studiotour #1

Die Studiotour #1 startet in Dresden und lädt zur gemeinsamen Exkursion nach Bautzen und Schirgiswalde-Kirschau ein. Als Höhepunkte des Fahrplans werdendie Stationen Thespis Zentrum und TanzART – Zentrum für Tanz, Bewegung & Kunst mit einem vielseitigen Programm angesteuert.

10:45 Uhr Treffpunkt am Bahnhof Dresden Neustadt am Parkplatz rechts vom Haupteingang, Dr.-Friedrich-Wolf-Straße, 01097 Dresden

Eine Reisebegleitung des Instituts für Festkultur

Mit behutsam politischem Anliegen und festlicher Stimmung geht es mit den Agentinnen des Instituts für Festkultur auf eine aktivierende Reise:

von Dresden zum Thespis Zentrum Bautzen und zum 10-jährigen Jubiläum von TanzART in der Galerie Flox in Schirgiswalde-Kirschau zurück nach Dresden. Eine Landschaftsrundfahrt nicht nur von Ort zu Ort. Der Bus durchschneidet kilometerlange Landschaften, die von Kontrolle, Gestaltung und Nutzung erzählen. Wir feiern den Wechsel in Windeseile, die Ambivalenz und das Nicht-Kontrollierbare. Wir können uns ein Bild machen: davon, wie untrennbar die Konzepte von Landschaft, Kultur und Politik verbunden sind. Schauen wir gemeinsam hin – jede*r für sich und dann doch verbunden im forschenden Neuigkeitssog. Was macht diese und jene Landschaft mit Menschen, was machen Menschen mit ihr? Was ist nicht mehr da? Was fehlt noch? Wer bleibt? Was spaltet? Wo wird gefeiert? Was gibt Hoffnung? Ist Kunst eine Hoffnung? Ist Feiern Kunst? Hörend, sehend und spielerisch erkundend gibt diese Studiotour auch dem Weg ein Ziel.
Mit Sandra Bringer (Dramaturgin und Regisseurin | Halle/Saale) und Diana Wesser (Performerin und bildende Künstlerin | Leipzig) vom Institut für Festkultur.

Station 1: Theaterinszenierung „Kinderszenen“ im Thespis Zentrum

Die Inszenierung „Kinderszenen“ basiert auf den Tagebüchern von Anne Frank, Helga Goebbels und Albina Bakukha. In dem sehr persönlichen und intimen Raum der Performance bewegen sich die drei jungen Darstellerinnen Albina Bakukha, Suzan Ali und Oksana Kobzar mit Hilfe von Papierpuppen durch verschiedene Orte der Weltgeschichte, die wie in einem Puppenhaus im Miniaturformat nachgebildet sind. Die Mädchen entdecken den Zauber des Puppenspiels ihrer Kindheit wieder, verhandeln aber gleichzeitig die schrecklichsten Ereignisse des Holocausts, des zweiten Weltkriegs und Russlands Krieg in der Ukraine.


Station 2: Let’s celebrate: 10 Jahre TanzART – Galerie Flox Schirgiswalde-Kirschau

Im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums lädt TanzART zur Veranstaltung „Kurzstrecke – Einblicke in den zeitgenössischen Tanz“ ein. Kurzperformances von Tänzer*innen wie Amit Abend, Enrico Paglialunga, Sonia Rodriguez, Victoria McConnell, Jana Schmück und Anne Dietrich ermöglichen es, die Vielseitigkeit des zeitgenössischen Tanzes zu entdecken – ein Angebot, dass es so im ländlichen Raum üblicherweise nicht gibt. „Kurzstrecke“ ist Teil einer Veranstaltungsreihe von TanzART, in der jeden Monat Aufführungen und Workshops stattfinden, um den zeitgenössischen Tanz in seiner ganzen Breite im ländlichen Raum bekannter und zugänglicher zu machen und Teilhabe an tanzkünstlerischen Angeboten zu ermöglichen.


Am Nachmittag findet zudem ein Paneltalk zum Thema „Gemeinsam Gestalten – Wie Kunst und Kultur Demokratie und Toleranz in ländlichen Räumen fördern kann“ statt.
Wie können kreative Ausdrucksformen wie Kunst, Musik, Tanz und Theater dazu beitragen, soziale Bindungen zu stärken, Dialoge zu fördern und den Zusammenhalt zu verbessern? Welche Rolle nehmen insbesondere Darstellende Künste in der Stärkung demokratischer Werte in ländlichen Gemeinschaften ein? Was wollen und können Kulturinitiativen im Vorfeld der diesjährigen Landtags- und Kommunalwahlen leisten?

Über Potenziale, Perspektiven und Erfahrungswerte diskutieren die Initiative Happy Monday aus Bautzen, Jana Schmück und Anne Dietrich von TanzART sowie Diana Wesser und Sandra Bringer vom Institut für Festkultur.

Moderation: Carolin Gerlach

Ca. 22:00 Uhr Rückkehr am Bahnhof Dresden Neustadt

Für kleinere Snacks ist auf der Tour gesorgt. Bitte bringt euch für den großen Hunger selbst etwas mit.

Kostenlose Tickets nur im Vorfeld hier.
Um Spenden wird gebeten (Spendenempfehlung: 15-20€).


25.05.2024 | Studiotour #2

Die Studiotour #2 startet anlässlich des 12. Sächsischen Theatertreffens in Leipzig und lädt zur künstlerischen Kaffeefahrt zu den benachbarten Stationen Kulturkino Zwenkau und Kulturbahnhof Leisnig ein. Die Leipziger Künstlerin Henriette Aichinger wird die Busreise durch das Leipziger Land künstlerisch begleiten.

09:45 Uhr Treffpunkt am Theater Der Jungen Welt, Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig

Station 1: Kulturkino Zwenkau  „Verlorene Orte“ – Ein Hörspaziergang am Zwenkauer See unter der künstlerischen Leitung von Marlen Riedel

Wolltet ihr schon immer mal wissen, welche Geschichten sich am Kap Zwenkau zugetragen haben, bevor dort überhaupt ein See mit Hafenpromenade war? In dem spartenübergreifenden Projekt „Verlorene Orte“ gestalteten Kinder und Jugendliche aus Zwenkau zusammen mit der Theaterpädagogin Marlen Riedel einen Hörspaziergang am Ufer des Zwenkauer Sees, der euch für kurze Zeit auf eine Reise in die Vergangenheit mitnimmt.

Anschließend an den Hörspaziergang gibt es in einer exklusiven Führung durch das Haus noch viel über die wechselhafte Geschichte des Kinos und die Arbeit der kulturinitiative zwenkau e.V. zu erfahren, die dem einst bevorstehenden Abriss ein neues Nutzungskonzept entgegenstellte und das Kulturkino seit 2017 in neuem Glanz erstrahlen lässt.


Station 2: Kulturbahnhof Leisnig

Anlässlich des 12. Sächsischen Theatertreffens öffnet der Kulturbahnhof Leisnig für „Meet you in the Navel“ zum ersten Mal seine Tore für die Freien Darstellenden Künste. Neben der Aufführung des Duetts von Brian Scalini und Seraphine Detscher im Bahnhofsgarten schauen wir gemeinsam hinter die Kulissen des Kulturbahnhofs und erfahren etwas über die Geschichte(n) des alten Bahnhofsgebäudes.

Duett „Meet you in the Navel“

IN WHAT PART OF THE BODY SHOULD WE MEET?

Normalerweise benennen Menschen geografische Orte als Treffpunkte mit anderen Menschen. Was wäre, wenn diese Begegnung stattdessen in unserem Körper stattfinden würde?

Aus dieser Idee von Körperteilen, die verbinden, kommunizieren und emotional berühren, hat Brian Scalini seine Kreation „Meet you in the Navel“ entwickelt – eine Kurzgeschichte über Romantik und Sucht, die Scalini gemeinsam mit Seraphine Detscher im Bahnhofsgarten in Leisnig performen wird.

An der Stelle, an der die Verbindung stattfindet, entsteht ein Band, das eine Spur hinterlässt, einen Magneten, der diesen Moment immer wieder anziehen und aktivieren kann. Die Menschen hätten die Gewissheit, immer in der Nähe von jemandem zu sein und nie allein zu sein, aber mit dem Risiko, in einer Vergangenheit festzustecken, die sie aneinander bindet wie eine Schnur, die umklammert und in ihrer Abhängigkeit immer stärker wird.


ca. 19:00 Uhr Rückkehr in Leipzig am TDJW

Wieder in Leipzig angekommen, habt ihr die Möglichkeit, mit VR-Brillen den 360°-Film „Grenzland-Theater“ des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau im TDJW zu erleben.
Der Film wurde begleitend zur gleichnamigen szenischen Installation entwickelt, die sich mit dem Theaterneubau in der Zeit der Nationalsozialisten beschäftigt. Unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 fand die Planung des ersten von insgesamt drei Grenzlandtheatern unter aktiver Teilnahme höchster politischer Kreise statt. Theater wurde als wichtiger Bestandteil der rechten Propaganda eingegliedert und gehörte damit zur Strategie, die letztlich in den Abgrund führte.

Wie haben die Machthaber Theater gedacht, geplant und umgesetzt? Wie interpretierten sie klassische Stoffe für ihre Ideologie? Wie zeigte sich die nationalsozialistische Gesinnung im konkreten künstlerischen Alltag, auf Proben oder in der Kantine? Im 360°-Film wird das Gerhart-Hauptmann-Theater selbst ins Zentrum gestellt, das euch auf einen Parcours hinter und unter die Bühne mitnimmt.

Für kleinere Snacks ist auf der Tour gesorgt. Bitte bringt euch für den großen Hunger selbst etwas mit.

Kostenlose Tickets nur im Vorfeld hier.
Um Spenden wird gebeten (Spendenempfehlung: 15-20€).


16.06.2024 | Studiotour #3

Die letzte Studiotour der Reihe Stadt. Land. Bus.  bringt euch von Dresden aus in die malerischen Landschaften der Sächsischen Schweiz nach Kleinhennersdorf.  Nachdem euch die Sandsteinspieler performativ durch die Natur geführt haben, wird das ehemalige DDR-Betriebsferienheim Heymannbaude seine fast 100 Jahre alten Türen öffnen. Künstlerisch gerahmt und begleitet wird diese Bustour von der Leipziger Künstlerin Angelika Waniek.

10:00 Uhr Treffpunkt am Bahnhof Dresden Neustadt am Parkplatz rechts vom Haupteingang, Dr.-Friedrich-Wolf-Straße, 01097 Dresden

Station 1: SandsteinSpiele in Kleinhennersdorf

Das Ensemble des Landschaftstheaters SandsteinSpiele überrascht seine Zuschauer*innen   jedes Jahr mit ausgefallenen Bühnenstücken und farbenreichen Kostümen. Gemeinsam schaffen die Aktiven inmitten des Elbsandsteingebirges einen kulturellen Schatz, auf den sich Gäste aus Nah und Fern freuen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theater auf einer festen Bühne bilden die Felsformationen und Tafelberge rund um die Gemeinde Kleinhennersdorf diesmal die Kulisse.

In der Inszenierung „Der Sandmann“ bringt ein unerwarteter Besuch Freund und Leid zugleich. Wovon der Gast im beschaulichen Kleinhennersdorf mehr bringt, stellt sich in der diesjährigen Ausgabe der SandsteinSpiele e.V. heraus. Das Landschaftstheater in der Sächsischen Schweiz zeigt „Der Sandmann oder: Traumhafte Aussichten“. Die Sonne scheint und mit ihr tauchen die SandsteinSpieler samt neuer Inszenierung im Gepäck in der malerischen Landschaft auf. Diesmal bietet Kleinhennersdorf die Bühne und auf dieser ist die Hölle los: Das Dorf wird 585 Jahre alt und der Bürgermeister weiß noch nicht, ob die Feierlichkeiten überhaupt stattfinden können. Wie aus dem Nichts taucht ein Gönner auf, der sich als alter Bekannter der Gemeinde herausstellt und das Dorf reich beschenkt. Sein großzügiges Entgegenkommen eröffnet neue Perspektiven und führt bei den Einwohner*innen zu euphorischen Gefühlsausbrüchen. Aber der Gast hat Pläne, die das Leben in der idyllischen Gemeinde auf den Kopf stellen. Plötzlich ist nichts mehr so wie es einmal war. Ob der Besuch doch noch traumhaft wird, finden die SandsteinSpieler gemeinsam mit ihrem Publikum heraus. Wie immer ist die Botschaft geschickt zwischen den Zeilen und hinter den ideenreichen Kostümen und der einmaligen Kulisse versteckt.


Station 2: Tanztheater „Warten“ in der Heymannbaude in Kleinhennersdorf

In Kleinhennersdorf entsteht mit der Heymannbaude ein wiederbelebter Wissens- und Kulturort, der sich im Prozess befindet, ein Zentrum für Tanz, Bewegung und Darstellende Künste zu werden. Lernt mit uns den Verein Kulturbaude und Landkunst e.V. kennen und erlebt die Premiere der hauseigenen Inszenierung „Warten“ von Helena Fernandino.

Warten ist menschlicher Alltag. Warten beim Arzt, im Bahnhof und Stau, an der Ampel, an der Kasse.    Menschen warten auf  eine Geburt, einen geliebten Menschen, auf Genesung, auf den Frühling. Mit dem Tanztheaterstück „Warten“ betrachtet die Choreografin Helena Fernandino das Leben als einen großen Warteraum. Zusammen mit einer Gruppe von Frauen verschiedenen Alters, Hintergründen  und Erfahrungen, werden Momente des Wartens untersucht. Mutig tauchen sie in die Ungewissheit des Wartens: in das Unerwartete, in Erwartungen. „Warten“ wird produziert und präsentiert im Saal des neu entstehenden Kulturortes Heymannbaude.

Für kleinere Snacks ist auf der Tour gesorgt. Bitte bringt euch für den großen Hunger selbst etwas mit.

Kostenlose Tickets nur im Vorfeld hier.