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Integration von Flüchtlingen

19. Oktober 2015, 13:14 Uhr von LOFFT

Der Landesverband der Freien Theater ist Mitglied der IG Landeskulturverbände. Wir schliessen uns der Erklärung der Interessengemeinschaft Landeskulturverbände Sachsen zur Integration von Flüchtlingen an, die wir im Folgenden veröffentlichen:

Wir sprechen als Interessengemeinschaft Landeskulturverbände Sachsen für ein Kulturland mit reicher kultureller Substanz, das nicht zuletzt durch jahrhundertelange Migrationsprozesse entstanden ist. Vor allem stehen wir für eine Kulturgesellschaft, auch stellvertretend für jene, die sich für Menschen in Not einsetzen und einen Geist der Humanität und Solidarität leben.

Kulturschaffende, Kulturpolitiker und Kulturinstitutionen stellen sich die Frage, welche Herausforderungen die Integration von Flüchtlingen für ihre Arbeit mit sich bringen und welche Aufgaben sich vor den Perspektiven wachsender Einwanderung stellen. Wir erachten es als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Begegnungen, Austausch und Dialog zu ermöglichen und darüber hinaus die Teilhabe von Flüchtlingen am
gesellschaftlichen Leben – im Sinne eines Gebens und Nehmens – zu ermöglichen.

Wir ermutigen alle Kulturschaffenden, auch vor dem Hintergrund unserer demokratischen Verfassung, sich mit der Kraft von Kunst und Kultur einzubringen und im Sinne eines weltoffenen und toleranten Klimas in Sachsen Flagge zu zeigen. Neben den Herausforderungen gilt es auch die Chancen von Zuwanderung für die eigene Gesellschaft klug und pragmatisch anzupacken. Damit aus Herausforderungen Chancen werden, treten wir dafür ein, dass Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik fungiert. Dazu gehören kulturpolitische Diskussionen über Differenzen und Vielfalt in einer Einwanderungsgesellschaft. Dazu gehört auch, die Basis der sächsischen Kulturlandschaft in den Blick zu nehmen und das Potenzial breitenkulturellen Engagements genauso wie der freien Szenen zu nutzen. Denn Kultur ist auch Nachbarschaft, die eine Mensch-zu-Mensch-Begegnung ermöglicht und Teilhabe kreativ und unkompliziert vorleben kann.

Im Rahmen unserer Verbandsstrukturen werden wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen, gegen menschenverachtende Einstellungen vorzugehen. Gemeinsam mit dem Kultursenat, der Kulturstiftung, der Staatsregierung, dem sächsischen Landtag, den Kulturräumen und vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren treten wir für ein weltoffenes und tolerantes Sachsen ein.

Wir betrachten es als ein Gebot der Menschlichkeit, die genannten Herausforderungen anzunehmen, um den Chancen Raum und uns allen eine gemeinsame Perspektive zu geben.

IG Landeskulturverbände, 19. Oktober 2015

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